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Rückblick Kammermusik-Festival

Abschlusskonzert, 6. Juni 2021

 

Sonntag, 6. Juni 2021, Beginn 15 und 18 Uhr
im Hambacher Schloss

 

Festliches Finale

 

Mandelring Quartett
Benjamin Rivinius (Viola), Paul Rivinius (Klavier) und Gustav Rivinius (Violoncello)

 

Reinhold Glière (1875-1956)
Streichsextett C-Dur, op. 11 | Mandelring Quartett mit Benjamin Rivinius (Viola) und Gustav Rivinius (Violoncello)

Peter Tschaikowski (1840-1893)
Streichsextett d-Moll, op. 70, „Souvenir de Florence“ | Mandelring Quartett mit Benjamin Rivinius (Viola) und Gustav Rivinius (Violoncello)

 

+++ Beide Konzerte sind leider ausverkauft.

 


 

Reinhold M. Glière (© wikipedia free)

Reinhold Glière (1875-1956)  |  Streichsextett Nr. 3 C-Dur op. 11

Der Name des sowjetrussischen Komponisten Reinhold Glière ist eng mit sinfonischer und Bühnenmusik verknüpft, mit dem Harfen- und dem Hornkonzert oder mit dem Ballett „Der rote Mohn“ von 1927, das als Prototyp für den sozialistischen Realismus gilt. Dabei hat er Musik nahezu aller Gattungen komponiert. Sein Opus 1 ist ein Streichsextett – vermutlich ein einmaliger Fall in der Musikgeschichte.
Glière, als Sohn eines aus Sachsen ausgewanderten Blasinstrumentenbauers in Kiew geboren, studierte unter anderem bei dem Tschaikowsky-Schüler Sergej Tanejew. Er wurde einer der erfolgreichsten Komponisten der Sowjetunion, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, den Orden des Roten Banners der Arbeit, mehrere Leninorden und Stalin-Preise. Seine musikalische Sprache wurzelt in der nationalrussischen Tradition des 19. Jahrhunderts und ist gewürzt mit impressionistischen Elementen und traditioneller Musik aus den zentralasiatischen Sowjetrepubliken, in die er ausgedehnten Reisen unternommen hat.
Sein 3. Streichsextett schrieb Glière 1905 während eines Studienaufenthaltes in Berlin. Es ist geprägt von russischer Volksmusik, vor allem im Kopfsatz und dem Scherzo, in dem lebhafte tänzerische und melancholisch abgedunkelte Passagen abwechseln. Der zweite Satz ist ein breit strömender Gesang; ein brillantes Finale rundet das Werk ab, über das seinerzeit der Kammermusikkenner Wilhelm Altmann urteilte: „formvollendet und inhaltsreich“.

 

Peter I. Tschaikowski (© Wikipedia gemeinfrei)

Peter Tschaikowsky (1840-1893)  |  Streichsextett d-Moll op. 70 „Souvenir de Florence“

Während Reinhold Glière die Streichsextette nur so aus der Feder geflossen zu sein scheinen, tat sich Peter Tschaikowsky bei seinem einzigen Werk in dieser Besetzung schwer. „Mich hindert nicht der Mangel an Ideen, sondern die Neuheit der Form. Es sind sechs selbständige und dabei gleichwertige Stimmen nötig. Das ist unglaublich schwierig“, schreibt er in einem Brief an seinen Bruder Modest. Wohl deswegen verstrichen zwei Jahren zwischen der ersten Version, die im Sommer 1890 fertig war, und der endgültigen, mehrfach überarbeiteten Fassung. Die Idee des Sextetts reifte während eines Aufenthalts in Florenz Anfang 1890; Tschaikowsky hatte sich dorthin zurückgezogen, um in einem sechswöchigen Kraftakt seine Oper „Pique-Dame“ zu komponieren. Nach seiner Rückkehr nach Petersburg schrieb er in Erinnerung an die glücklichen Tage in Italien „Souvenir de Florence“. Trotz der dunklen Tonart d-Moll und einiger düsterer Episoden ist es ein heiteres, effektvolles Werk. Dem opulenten Kopfsatz folgt eine Serenade mit einer der schönsten Melodien, die Tschaikowsky je geschrieben hat, begleitet von gitarrenartigen Pizzicati. Deutlich russische Züge zeigt das Allegretto. Höhepunkt des Werkes ist das Finale, ein ausgelassener Tanz, in den ein Fugato eingebaut ist – leidenschaftliche Emotion und kunstvolle Kontrapunktik sind hier untrennbar verschmolzen.

 

 

 


 

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(Bilder: Wikipedia gemeinfrei)