György Kurtág zum 100. Geburtstag
György Kurtág vermittelte dem Mandelring Quartett bei einer eindrucksvollen Begegnung 1992 nachhaltige Impulse. Sparsamste Mittel, knappe Gesten, präzise Zeichnung sind Markenzeichen von Kurtágs Musik. Die 12 Mikroludien, dauern teilweise keine halbe Minute: »Spiegelungen einer ganzen Welt in einem Wassertropfen«, wie in einer poetischen Beschreibung zu lesen ist. Funkelnde Charakterbilder sind auch die »Six moments musicaux« von 2005, in denen Kurtág Kollegen von Messiaen bis Janáček seine Reverenz erweist. In ihrem spielerischen Zugriff mag man einen Widerschein von Joseph Haydns originellem Opus 33 sehen, das als Geburtsstunde des klassischen Streichquartetts gilt. Johannes Brahms wiederum nimmt mit seinem Quartett in B-Dur auf die Wiener Vorbilder Bezug. Das zeigt sich im klaren Aufbau ebenso wie im heiteren Charakter. Diese Anklänge an ungarische Folklore hätten Haydn sicher ebenfalls Freude gemacht.
Sonntag, 25. Januar 2026, Beginn 18 Uhr (Konzerteinführung um 17 Uhr)
Saalbau Neustadt
Joseph Haydn (1732–1809)
Streichquartett h-Moll op. 33/1
György Kurtág (geb. 1926)
Six moments musicaux op. 44 für Streichquartett
Hommage à Mihály András, op. 13,
12 Mikroludien für Streichquartett
Johannes Brahms (1833-1897)
Streichquartett B-Dur op. 67